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Journalistische Ausbildungswege CH/d
Walther von La Roche, *1936 in München, war lange Ausbildungsbeauftragter und Hörfunknachrichtenschef des Bayerischen Rundfunks sowie Dozent für praktischen Journalismus an Journalistenschulen und Universitäten. Seine Einführung in den praktischen Journalismus 2006 als 17. aktualisierte Auflage bei Econ als ISBN-13: 978-3-430-17681-1. Bereits haben wir in Faximile kurz auf dieses Buch hingewiesen. Hier folgt ein Abriss über das, was er im Kapitel über Ausbildungswege in der deutschsprachigen Schweiz schreibt.
Schon die Formulierung der Kapitelüberschrift „Deutschsprachige Schweiz" lässt Sorgfalt erkennen, denn der oft gebrauchte Begriff „Deutschschweiz" ist nicht nur wegen der Aneinanderreihung von Zischlauten schlechtes Deutsch, sondern auch wegen seiner Verführung zum Missverständnis. Ein Japaner könnte leicht auf die Idee kommen, es handle sich um einen Teil Deutschlands.
Von la Roche beginnt mit einem Blick auf den Arbeitsmarkt, den er sich von Karl Lüönd ausleiht. Der Speck, meint lezterer, sei in den meisten Redaktionen weggeschnitten, sie laufen auf dem Zahnfleisch. Bei den Journalistenschulen gehen aber die Frequenzen nicht stark zurück und die Zahl der Selbstzahler wächst. Da kommt aber gleich süsser Klang für unsere Ohren: „Nach wie vor starker Bedarf besteht nach Journalisten und Redaktoren mit Spezialkenntnissen..." Von la Roche nennt auch die Branchen mit besonders starkem Bedarf.
Der Einstieg gelinge am ehesten bei kleineren Redaktionen oder unter Ausnützung von Beziehungen. Das Volontariat dauert im Normalfall zwei Jahre. In dieser Zeit hat der Volontär während mindestens 90 Tagen Ausbildungskurse zu besuchen. Nach abgeschlossener höherer Bildung schrumpft alles auf die Hälfte. Volontariatsstellen bieten zahlreiche Redaktionen meist mit Koppelung mit einer Ausbildung am MAZ an. Das Schweizer Radio DRS bietet pro Jahr 6 Stagestellen an. Das Schweizer Fernsehen lässt über den Stage bei einer Stammredaktion oder über den Vertrag als Redaktor/Redaktorin in Ausbildung eisnteigen. ähnliche Einstiegsangebote gibt es bei Lokalradios, privaten Fernsehprogrammen und bei der SDA. (Comedia bietet eine Broschüre „Allerhöchste Zeit zum Ausbilden" an.)
Die Ausbildungsmöglichkeiten beim MAZ, der Schweizer Journalistenschule in Luzern, setze ich als bekannt voraus. Viele Mitglieder des SFJ haben den Nachdiplomkurs Fachpresse dort absolviert. Mehr durch Klick auf www.maz.ch.
Ringier hat eine eigene Journalistenschule. Siehe www.ringier.ch
Impressum informiert permanent über angebotene Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. www.journalisten.ch
Die Kurse von Comedia sind oft auch Nichtmitgliedern offen. www.comedia.ch; www.connexxnet.ch
Die Schule für Angewandte Linguistik (SAL) ist eine höhere Fachschule für Sprachberufe. www.sal.ch
Die EB Zürich, Berufsschule für Weiterbildung, bietet unter dem Titel „Journalismus für Quereinsteiger" alljährlich ab Mai einen Lehrgang mit rund 300 Lektionen für festangestellte oder freie Mitarbeiter/innen von Lokal- und Regionalmedien, Personal- und Hauszeitungen sowie Vereins- und Fachpublikationen an. www.eb-zuerich.ch
Die Medienschule Nordwestschweiz bietet in 25 Modulen meist an Samstagen oder/und Freitagen eine journalistische Ausbildung, vor allem für Quereinsteiger anderer Berufe. www.medienkurse.ch
Klipp & Klang veranstaltet seit 1995 im Auftrag der Union nichtkommerorientierter Lokalradios, UNIKOM, und mit Unterstützung des BAKOM, Aus- und Weiterbildungskurse für RadiojournalistInnen. www.klippklang.ch
PR-Ausbildungen am SPRI: www.mpr.unisi.ch
Universität Freiburg: Die Lehrstühle für „Medien- und Kommunikationswissenschaft" (deutschsprachig) und „Sociologie de la communication et des médias (französischsprachig) sind Teil des Departements Geisteswissenschaften. www.unifr.ch/mukw
Universität Zürich: Am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) kann man Publizistikwissenschaft als Hauptfach oder als 1. oder 2. Nebenfach studieren. www.ipmz.unizh.ch
Universität Bern: Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft (ikmb) beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit Kommunikations- und Medienwissenschaft sozialwissenschaftlicher Ausrichtung. www.ikmb.unibe.ch
Universität Basel: Das Institut für Medienwissenschaft (IfM) bietet einen Bachlor- und einen Masterstudienlehrgang an. www.mewi.unibas.ch
Universität Luzern: Am Soziologischen Institut der Universität gibt es einen Studiengang Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften, der sich aus theoretischer Perspektive mit Kommunikationsmedien befasst. www.unilu.ch/gf/2807.htm
Universität St. Gallen: Das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement (MCM) befasst sich mit organisationaler Kommunikation aus der Managementperspektive. www.mcm.unisg.ch
Zürcher Hochschule Winterthur: Das Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) erzeugt, vermittelt und verwertet Wisssen für die Berufsbilder Journalismus und Organisationskommunikation. www.iam.zhwin.ch
Die Hochschule für Wirtschaft (HSW) Luzern, eine Teilschule der Fachhochschule Zentralschweiz, führt seit 2001 den praxisorientierten Vollzeitstudiengang „Wirtschaftskommunikation". www.wirtschaftskommunikation.ch
Obwohl er es im Titel nicht verspricht, gibt von La Roch auch Hinweise auf die Ausbildungsmöglichkeiten im Tessin und in der Suisse Romande.
Das Buch vermittelt nicht nur sinnvolle Inhalte zum Thema „Einführung in den praktischen Journalismus, sondern ist selbst ein glänzendes Beispiel wohldurchdachter Darstellung und sauberer sprachlicher Formulierung.
Titel: Einführung in den praktischen Journalismus (2006)
Autor: Walther von La Roche
Broschiert, 304 Seiten, 17., aktualisierte Auflage
Econ Verlag, EUR 17.95, isbn 978-3-430-17681-1
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