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Nein zur Halbierungsinitiative – für Qualität, Ausbildung und Zukunft im Journalismus

Am 8. März stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die sogenannte Halbierungsinitiative ab. Diese verlangt, die Gebühren für Radio und Fernsehen von heute 335 auf neu 200 Franken pro Jahr zu senken. Was auf den ersten Blick nach einer moderaten Entlastung klingt, hätte weitreichende Folgen für das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) – und darüber hinaus für den gesamten Journalismus in der Schweiz.

Aus Sicht des Verbandes Schweizer Fachjournalistinnen und Fachjournalisten ist klar: Diese Initiative stellt eine ernsthafte Gefahr für journalistische Qualität, Ausbildung und Unabhängigkeit dar. Aus diesem Grund sind wir der Allianz Pro Medienvielfalt beigetreten.

Die Befürworterinnen und Befürworter der Initiative argumentieren mit tieferen Kosten, mehr Effizienz beim SRF und besseren Marktchancen für private Medien. Diese Argumente greifen jedoch zu kurz. Eine derart massive Reduktion der Gebühren würde die SRG in allen Landesteilen zu einschneidenden Sparmassnahmen zwingen. Gespart würde dort, wo Journalismus teuer ist: bei Recherche, bei Hintergrundberichterstattung, bei regionaler und sprachlicher Vielfalt sowie bei spezialisierten Fachredaktionen wie dem Sport.

Gerade diese Bereiche sind jedoch zentral für eine informierte Öffentlichkeit. Aufwendiger Recherchejournalismus, sorgfältige Einordnung komplexer Themen, kritische Begleitung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Fachjournalismus lassen sich nicht beliebig verbilligen. Weniger Mittel bedeuten zwangsläufig weniger Tiefe – und damit einen Qualitätsverlust, der nicht nur das SRF, sondern das gesamte Schweizer Mediensystem betrifft.

Besorgniserregend wäre auch die Wirkung auf die journalistische Ausbildung. Das SRF ist einer der wichtigsten Ausbildungsbetriebe für Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten in der Schweiz. Volontariate, Praktika und strukturierte Weiterbildungsangebote sind kein Luxus, sondern die Grundlage für professionellen Journalismus. Werden diese Angebote gekürzt oder gestrichen, leidet langfristig der ganze Berufsstand – auch ausserhalb des Service public.

Entgegen der Hoffnung der Initianten würde ein geschwächtes SRF private Medien nicht automatisch stärken. Vielmehr droht eine Abwärtsspirale: Sinkende Qualität im Service public schwächt das Vertrauen in den Journalismus insgesamt und reduziert die Bereitschaft, für gute Inhalte zu bezahlen. Davon profitieren weder private (Fach-) Verlage noch freie (Fach-) Journalistinnen und (Fach-) Journalisten.

Eine stabile, unabhängige und qualitativ hochstehende Medienlandschaft ist ein Grundpfeiler der Demokratie. Sie kostet Geld – und sie ist dieses Geld wert. Die Gebührengelder sind keine Belastung ohne Gegenleistung, sondern eine Investition in Information, Bildung, kulturelle Vielfalt und in den journalistischen Nachwuchs.

Der Verband Schweizer Fachjournalistinnen und Fachjournalisten empfiehlt deshalb klar, am 8. März die Halbierungsinitiative abzulehnen. Nicht aus Eigeninteresse, sondern aus Verantwortung für unseren Beruf, für die Qualität unserer Arbeit und für eine gut informierte Gesellschaft.

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